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Adventsgeschenk

Gut, es hatte in der Nacht angefangen zu schneien. An diesem Morgen habe ich das noch gar nicht als so
dramatisch empfunden und bin guten Mutes zur Arbeit gefahren. Der heftige Schneefall hörte den ganzen Vormittag nicht auf, und als ich mittags von der Arbeit nach Hause fahren wollte, war das Chaos auf den Straßen perfekt. Statt den Weg in 15 Minuten wie sonst zu schaffen, brauchte ich weit über eine Stunde. Zudem musste ich mein Auto zwei Straßen unterhalb unseres Grundstücks stehen lassen, weil ich den Hügel bis zu unserem Grundstück nicht geschafft habe. Geschimpft habe ich dann über mein am Morgen falsch gewähltes Schuhwerk, dass der Wetterlage überhaupt nicht angepasst war. Trotzdem habe ich es ohne Sturz geschafft, die Haustür zu erreichen. Schnell die Schuhe gewechselt und zumindest den Bürgersteig und den Weg von der Grundstücksgrenze bis zur Haustür vom Schnee befreit. Nach dieser Arbeit blieben mir noch knapp 2 Stunden Zeit, um ein paar Dinge im Haushalt zu erledigen, bevor mein Sohn Paul von Freunden nach Hause gebracht würde. Er hatte seine Kindergartenzeit heute verkürzt, um mit einem Freund aus dem Kindergarten von Mittag bis in den Nachmittag hinein, Zeit zu verbringen. Und was hatte ich in dieser Zeit eigentlich alles erledigen wollen.
Die Wäsche wartete z. B. schon ein paar Tage darauf zusammengelegt und gebügelt zu werden. Kaum hatte ich mein Werk begonnen, da vibrierte mein Handy. Die Mutti von Pauls Freund ist am Apparat und teilt mir mit, dass sie Paul aufgrund der Wetterlage leider nicht nach Hause bringen kann. „Aber Paul kann ja gern bei uns übernachten, und du holst ihn morgen vom Kindergarten wieder ab.“ „Das geht leider nicht, denn wir haben morgen Vormittag einen schon lang festgemachten Arzttermin. Da bleibt mir nichts anderes. Ich komme „per pedes“ zu euch und hole Paul ab.“ So blieb die Wäsche mal wieder liegen, und ich zog mir stattdessen wintertaugliche Kleidung an, um die knapp 2 Kilometer zu den Freunden zu gehen. Mit tüchtig Wut im Bauch stapfte ich durch den Schnee. So viel war heute noch zu tun, und ich renne hier durch die verschneite Landschaft. So hatte ich mir den Tag heute nicht vorgestellt. Über meinem Ärger habe ich gar nicht gemerkt, dass der Schneefall aufgehört hatte, und die Sonne versuchte, sich einen Weg durch die Wolken zu bahnen. Beim Haus der Freunde fliegt die Tür auf und mein Sohn kommt mir strahlend entgegen: „Mama, ist das nicht toll! So viel Schnee! Morgen bauen wir im Kindergarten einen Schneemann und Schlitten fahren können wir bestimmt auch.  Wie gut, dass du zu Fuß gekommen bist, da können wir gleich noch toll durch den Schnee stapfen. Schau doch mal, wie schön die Landschaft jetzt glitzert.“ In diesem Moment hat wohl jemand die Klappe vor meinen Augen entfernt.  Paul hat ja recht, jetzt, wo die Sonne scheint, offenbart sich uns eine wunderbare Winterlandschaft.
Schnell ist Paul angezogen, und wir stapfen zurück nach Hause. Alle Aufgaben, die ich für heute auf der „To-do-Liste“ hatte, waren mir gerade eben völlig egal. Klar, dass wir zwischendurch am Rande unseres Weges eine Schneeballschlacht gemacht haben. Eine Stelle hat uns geradezu dazu eingeladen, uns in den Schnee zu schmeißen und jede Menge Schnee-Engel zu produzieren. „Mama, können wir heute noch ein paar Plätzchen backen? Das wollten wir doch sowieso bald machen.“ Kurz wollte sich mein planvolles Gehirn einschalten und ablehnen. Da höre ich mich schon sagen: „Paul,… das ist eine super Idee!“
Zu Hause angekommen, ist die Küche ganz schnell zur Weihnachtsbäckerei geworden. Und so werkeln wir noch, als mein Mann nach Hause kommt. „Hallo Schatz, ich wusste gar nicht, dass du heute backen wolltest.“ „Hatte ich auch nicht geplant, ist aber einfach so gekommen. Zum Abendessen gibt es in einer halben Stunde den Rest der Suppe von gestern. Heute ist der Nachtisch das Highlight und dass…. „….sind unsere selbst gebackenen Kekse!“ vervollständigt Paul meinen Satz.

Nach dem Abendessen sitzen Paul und ich vor den brennenden Kerzen unseres Adventskranzes. Wir warten auf meinen Mann, der schnell noch mein Auto ans Haus holen wollte. Ein großer Teller selbstgebackener Kekse steht vor uns. Paul schlürft seinen heißen Kakao. Vor mir dampft eine schöne Tasse Cappuccino.
Was war das für ein schöner Advents-Nachmittag gewesen.  Ich hatte mir schon lange einen solchen Tag gewünscht,  und nun hatte ich das nicht einmal geplant, diese Zeit wurde mir einfach so geschenkt. Gott sei Dank!

Ich wünsche uns allen eine Adventszeit, in der wir solche Auszeiten erleben dürfen. Wenn es soweit ist, sollten wir uns nicht wehren, sondern das Gute aus Gottes Hand einfach dankbar annehmen. Er weiß am besten, was wir brauchen, um auch mal abseits aller Aufgaben, zur Ruhe zu kommen.

Gabi Quast (neu erzählt nach einer Vorlage von Iris Voß)

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